Digitale Zähler Moderne Messeinrichtungen - mehr als nur neue Stromzähler

Netze, Erzeugung und Verbrauch sollen zukünftig besser miteinander verbunden werden. Auch wir gestalten die Energiewende aktiv mit und setzen das Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende um. In den kommenden Jahren - beginnend ab 2019 - ersetzen wir in jedem Haushalt und jeder Firma den herkömmlichen Energiezähler schrittweise durch einen digitalen Zähler.

Digitale Zähler - Was können die überhaupt?

Die neuen digitalen Zähler werden umgangssprachlich auch Smart Meter genannt. Das Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) unterscheidet dabei technisch zwischen dem modernen und dem intelligenten Zähler:


Moderne Zähler bzw. Moderne Messeinrichtung

Moderne Zähler zeigen mehr als nur den aktuellen Zählerstand an. Direkt am Display lässt sich der momentane Stromverbrauch ablesen. Auch historische Verbrauchswerte in einem Tages-, Wochen-, Monats- und Jahresintervall der letzten 24 Monate werden dargestellt. Die Daten werden wie gewohnt lokal im Zähler gespeichert, das heißt der Zählerstand wird von Ihnen abgelesen.


Intelligente Zähler bzw. Intelligente Messsysteme

Wird ein moderner Zähler zusätzlich über einen Smart-Meter-Gateway sicher in ein Kommunikationsnetz eingebunden, dann spricht man von einem intelligenten Messsystem. Über eine verschlüsselte Kommunikationsanbindung werden Ihre Daten so fernausgelesen.

Welche Vorteile bietet mir die neue Technologie?

  • Sie haben Ihren Stromverbrauch und Ihre Stromkosten immer im Blick. Damit sparen Sie Strom, Geld und Nachzahlungen sind kein Thema mehr.
  • Sie können verbrauchsintensive Geräte identifizieren und Sparmaßnahmen ergreifen.
  • Mit der Fernauslesung erhalten Sie eine verbrauchsgenaue Abrechnung, die Sie einfach nachvollziehen können.
  • Sie können sich für variable Tarife entscheiden und Ihren Stromverbrauch in die Zeiten legen, in denen er besonders günstig ist (Stichwort Niedertarifzeit)
  • Dank zusätzlicher Schnittstellen können Sie Komponenten für Smart Home-Lösungen anschließen.


Neue Zähler für wen und wann?

Die Installation intelligenter Messsysteme ist für bestimmte Kundengruppen gesetzlich verpflichtend. Dabei wird sich am Jahresverbrauch elektrischer Arbeit beziehungsweise der Nennleistung einer Erzeugungsanlage orientiert.

Zunächst erhalten einen intelligenten Zähler:

  • Verbraucher mit einem Jahresverbrauch über 6.000 kWh
  • steuerbare Verbraucher nach § 14a EnWG
  • Erzeuger mit einer Nennleistung über 7 kW

Zu einem späteren Zeitpunkt bekommen Verbraucher mit einem Jahresverbrauch unter 6.000 kWh und Erzeuger mit einer Nennleistung unter 7 kW einen intelligenten Zähler.

Der Weg zu Ihrem neuen Zähler

Konventionelle Messtechnik wird im regulären Turnuswechsel gegen eine moderne Messeinrichtung getauscht, so dass Sie sich um nichts kümmern müssen.

Sollte ein Ein- oder Umbau von einer modernen Messeinrichtung zu einem Intelligenten Messsystem notwendig werden, benachrichtigen wir Sie dazu rechtzeitig.


So läuft es ab:

  1. Schriftliche Information durch DREWAG NETZ bzw. Eingang Ihres Auftrages
  2. Planung inklusive Vor-Ort-Begehung
  3. Abschluss Gestattungsvertrag
  4. Zählerwechsel (falls nötig) vor Ort
  5. Realisierung des intelligenten Messsystems vor Ort

 

Gesetzlicher Hintergrund

Der Gesetzgeber hat auf die Herausforderungen in der Energiewirtschaft reagiert. Mit dem Inkrafttreten des Gesetzes zur Digitalisierung der Energiewende (GDEW) am 2. September 2016 wurden die rechtliche Rahmenbedingungen für die Einführung von Smart Metern geschaffen.

Das Gesetzt fördert die Nachhaltigkeit und die Integration von erneuerbaren Energien. Das Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) ist dabei das Kernelement und regelt konkret den Einbau und Betrieb von intelligenten Messsystemen und modernen Messeinrichtungen. In diesem Zusammenhang ist der Fokus besonders auf die Datensicherheit sowie eine faire Verteilung der Kosten gelegt worden.

Der Startschuss für den Einbau intelligenter Messsysteme richtet sich nach der Verfügbarkeit der BSI-zertifizierten Geräte und wird noch im laufenden Jahr erwartet.

Stand 2018

Herausforderungen der Energiewirtschaft

Der Ausbau der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien in Deutschland verursacht zunehmende Schwankungen in den Versorgungsnetzen. Windkraft- und PV-Anlagen sind dezentral verteilt und aufgrund ihrer Abhängigkeit vom Wetter, nicht in der Lage kontinuierlich Energie zu liefern.

Auch die Verbraucherseite unterliegt nicht nur allein durch den Fortschritt der Elektromobilität einem Wandel. Mit der Zunahme eigener Erzeugungsanlagen (z.B. PV-Anlage auf dem Dach) verändert sich das Einspeise- und Entnahmeverhalten von Verbrauchern im lokalen Stromnetz erheblich.

Netzbetreiber stehen dabei vor der Herausforderung, die Netzstabilität jederzeit sicherzustellen. Die genaueren und zeitnahen Informationen, die man mit Hilfe von Smart Metern gewinnt, helfen Angebot und Nachfrage besser aufeinander abzustimmen. Damit wird auch weiterhin, bei gleichzeitiger Schonung der Umwelt, die hohe und gewohnte Versorgungsicherheit in Zukunft garantiert.