Informationen zur aktuellen Markt- und Versorgungslage

Unser Energiemarkt ist stark in Bewegung. Die Großhandelspreise für Gas und Strom sind weltweit seit dem letzten Jahr enorm angestiegen und bewegen sich weiterhin auf einem extrem hohen Preisniveau. Ein Ende dieser noch nie dagewesenen Entwicklung ist derzeit nicht absehbar. Zusätzlich beeinflusst der Krieg in der Ukraine das Angebot und damit den Preis für Energie. Am 23.06.2022 hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz die Alarmstufe des Notfallplanes Gas ausgerufen. Dadurch hat der verantwortungsvolle Umgang mit Energie (Strom, Gas, Nah- und Fernwärme) noch mehr an Bedeutung gewonnen.

Was diese Situation für die DREWAG als Unternehmen der SachsenEnergie und für Sie als Kunden bedeutet, lesen Sie in den nachfolgenden Informationen.

Aktuelle Situation auf dem Energiemarkt

Gas und Strom werden an Börsen oder direkt zwischen Erzeugern und Händlern frei gehandelt. Die Preise bilden sich am Markt durch Angebot und Nachfrage. Seit Sommer 2021 befinden sich die Großhandelspreise für Energie auf einem sehr hohen Niveau. Diese Entwicklung wird seit März 2022 durch den Krieg in der Ukraine und die daraus resultierenden politischen Auswirkungen weiter verschärft. Im Vergleich zu 2020 ist der Einkaufspreis für Erdgas inzwischen um 400 % gestiegen.

Was passiert, nachdem die Bundesregierung keine Gasbeschaffungsumlage einführen wird?

Zunächst muss geklärt werden, wie genau das bereits existierende Gesetz zur Gasbeschaffungsumlage „rückabgewickelt“ werden soll. Das ist weiter unklar. Vorbeugend wird SachsenEnergie Vertrags- und Tarifbestätigungen sowie Rechnungen in der Woche ab dem 3. Oktober aussetzen. Die Speicher- und Bilanzierungsumlage sind von der Ankündigung der Bundesregierung nicht betroffen. Sie bleiben bestehen. Sobald die konkreten gesetzlichen Vorgaben beschlossen und veröffentlich sind, werden wir diese selbstverständlich umsetzen. Dies gilt ebenfalls für die Umsatzsteuer.

Wie geht die DREWAG mit dem Strom- und Erdgaspreisdeckel um?

Dies lässt sich derzeit noch nicht sagen, da Informationen über die Details der Maßnahme fehlen. Der Hauptgeschäftsführer des Verbandes kommunaler Unternehmen, Ingbert Liebing, sagt zu dem Vorhaben der Bundesregierung: „Jetzt kommt es darauf an, dass der Rahmen des Abwehrschirms mit den angekündigten bis zu 200 Milliarden Euro schnell konkretisiert wird.“ Alle Maßnahmen müssen möglichst einfach sein, nur dann können sie auch schnell und effektiv umgesetzt werden. Dazu braucht es zeitnah konkrete Beschlüsse.

Ist die Gas- und Stromversorgung noch sicher?

Derzeit haben wir keine Beeinträchtigungen unserer allgemeinen Lieferbeziehungen. Die Gasflüsse in Deutschland sind nicht beeinträchtigt, der Netzdruck und die Gasqualität sind stabil. Die Netzbetreiber überwachen die Situation fortlaufend auf nationaler und europäischer Ebene. Zudem stehen die überregionalen Fernleitungsnetzbetreiber über das Krisenteam der Bundesregierung in engem Austausch mit den Behörden. Als regionaler Verteilnetzbetreiber steht die SachsenNetze mit ihren Vorlieferanten und vorgelagerten Netzbetreibern stetig in engem Kontakt.

Aufgrund der sehr dynamischen Situation ist eine gesicherte Aussage über die Zukunft zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich. In jedem Fall sind Haushalte und Einrichtungen wie beispielsweise Krankenhäuser durch gesetzliche Bestimmungen besonders geschützt. Ganz klar ist: Die Versorgungssicherheit hat für die DREWAG jederzeit oberste Priorität. Im Sinne einer verantwortungsvollen Krisenvorsorge bereiten sich die DREWAG und SachsenNetze vorsorglich und intensiv auf ein weiteres Vorgehen im Krisenfall vor.

Weitere Informationen zur aktuellen Lage der Gasversorgung in Deutschland veröffentlicht die Bundesnetzagentur derzeit regelmäßig auf ihrer Homepage.

Aktuelle Lage Gasversorgung (www.bundesnetzagentur.de)

Wie kommt das Gas zu den Verbrauchern? Und hat die DREWAG überhaupt eigene Gasspeicher?

Sogenannte Gasfernleitungsnetzbetreiber importieren den überwiegenden Teil des in Deutschland verteilten Erdgases aus Norwegen, Belgien, den Niederlanden (und Russland). Überregionale Unternehmen wie Wingas oder ONTRAS leiten das Gas weiter zu den regionalen Gasgesellschaften wie SachsenNetze. Diese verteilen das Gas an die Verbraucher im jeweiligen Netzgebiet.

Nein, die DREWAG hat keine eigenen Gasspeicher.

Bezieht die DREWAG Gas aus Russland und ist von Lieferungen abhängig?

Unsere Haupterdgaslieferanten sind große deutsche und europäische Energie- und Gasversorgungsunternehmen, mit denen langjährige und vertrauensvolle Lieferbeziehungen bestehen. Die DREWAG hat keine direkten Lieferbeziehungen mit der Russischen Föderation. Dennoch beziehen wir auch russische Gasimporte über unsere Vorlieferanten. Diese erhalten aufgrund des Lieferstopps allerdings derzeit kein russisches Gas über die Pipeline Nord Stream 1. Wir arbeiten intensiv an der Minderung der russischen Lieferanteile und ihrem Ersatz durch Lieferungen über die Niederlande, Polen und die deutsche Nordseeküste (LNG-Terminal Wilhelmshafen).

Wann tritt die Alarmstufe des Notfallplans Gas ein?

Die Alarmstufe wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz per Pressemitteilung bekannt gegeben. Sie tritt ein, wenn laut Notfallplan Gas „eine Störung der Gasversorgung oder eine außergewöhnlich hohe Nachfrage nach Gas vorliegt, die zu einer erheblichen Verschlechterung der Gasversorgungslage führt, der Markt ist aber noch in der Lage, diese Störung oder Nachfrage zu bewältigen, ohne dass nicht marktbasierte Maßnahmen ergriffen werden müssen.“ Diese Meldung hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz am 23.06.2022 veröffentlicht.

Was bedeutet die Ausrufung der Alarmstufe des Notfallplans Gas?

Für Sie als Verbraucher/in ändert sich allein mit der Ausrufung der Alarmstufe durch das Bundeswirtschaftsministerium erst einmal nichts. Die Versorgungssicherheit in Deutschland ist weiter gewährleistet. Aber die Lage muss sehr genau beobachtet werden. Mit der jetzt ausgerufenen Alarmstufe wird verstärkt daran gearbeitet, dass der Verbrauch aus Vorsorgegründen reduziert wird.

Welche Alternativen zu russischem Gas gibt es? Wie stellt sich die DREWAG darauf ein?

Aktuell kommt auch verstärkt Flüssigerdgas via Großtanker aus den USA nach Europa und die USA haben eine Erhöhung der langfristigen Lieferungen zugesagt. Die derzeit größten LNG-Anbieter sind Katar, Australien und auch die USA. Insbesondere dort sind viele Produzenten in der Lage, ihre Angebotsmenge kurzfristig auszuweiten, um auf eine erhöhte Nachfrage zu reagieren.

Mittelfristig werden der massive Ausbau Erneuerbarer Energien, eine diversere Lieferstruktur für alle Energieimporte und der Hochlauf von Wasserstoff entscheidend für die Gewährleistung der Versorgungssicherheit in Deutschland sein. Dabei müssen wir unabhängig von fossilen Energieträgern werden.

Die DREWAG plant dafür, den Ausbau des Anteils eigener Erzeugung aus Wind und Photovoltaik an der Stromlieferung für Haushaltskunden im eigenen Netzgebiet zu beschleunigen. Auch bei hohem Erneuerbare Energien-Anteil an der Stromerzeugung treten lange Zeiträume mit hohem Restbedarf an Strom auf, der mehrheitlich aus konventionellen Quellen gedeckt werden muss. Zeiten erheblicher Strom-Überproduktion sind zu bewältigen und können für Wasserstoff-Erzeugung genutzt werden.

Außerdem arbeiten wir an einem nachhaltigen Versorgungskonzept, welches auf ein Bündel an Maßnahmen und Projekten setzt, um die künftige Energiebeschaffung unter dem Aspekt des Umweltschutzes sowie unter dem Einfluss politischer Konflikte und sonstiger Krisen variabler und sicher zu gestalten.

Informationen speziell zur Fernwärme

Wie wird die Fernwärme bei der DREWAG produziert?

Die Dresdner Fernwärme wird überwiegend im Heizkraftwerk Nossener Brücke mit Gas produziert, teilweise auch im Kraftwerk Nord und im Kraftwerk Reick. Drei Gasturbinen und eine Dampfturbine erzeugen in der Anlage an der Nossener Brücke Strom. Die dabei entstehende Wärme wird nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung als Fernwärme genutzt. Dadurch ist die Fernwärme eine umweltschonende Art der Versorgung, denn sie spart große Mengen an CO2-Emissionen und Feinstaub ein. Die Gasturbinen können vorübergehend auch mit leichtem Heizöl als Brennstoff betrieben werden.

Wie viele Haushalte versorgt die DREWAG mit Fernwärme?

Die DREWAG versorgt in Dresden mit rund 7.900 Anschlüssen mehr als 130.000 Haushalte mit Fernwärme. Unsere Vertragspartner sind meist die Gebäudeeigentümer.

Dürfen die Dresdner Kraftwerke weiterhin mit Gas arbeiten? Gibt es Alternativen für die Wärmeproduktion?

Ja, die Dresdner Kraftwerke dürfen weiterhin mit Gas arbeiten. Aber auch sie werden gegebenenfalls vom Gasnetzbetreiber Ontras und/oder von der Bundesnetzagentur aufgefordert, ihren Beitrag zur Einsparung von Gas zu leisten. Die Alternative zur Wärmeproduktion zum Beispiel mit Heizöl ist begrenzt und bestenfalls über einen kurzen Zeitraum nutzbar.

Wie setzt sich der Preis für Fernwärme bei der DREWAG zusammen?

Unsere Fernwärmeverträge und Preismodelle richten sich nach der Verordnung über Allgemeine Bedingungen für die Versorgung mit Fernwärme. Fernwärme entsteht bei der Stromerzeugung aus Gas im Verfahren der Kraft-Wärme-Kopplung. Damit ist der aktuelle Marktpreis für Gas für die Berechnung des Fernwärmepreises maßgebend.

Mehr zur Berechnung des Fernwärmepreises

Gibt es aufgrund der aktuellen Lage Preisanpassungen?

Die Frage ist im Grunde nicht ganz korrekt, denn die Fernwärmepreise werden unabhängig von der aktuellen Versorgungslage monatlich an die allgemeine Preisentwicklung angepasst. Die Vorgehensweise zur monatlichen Preisanpassung ist in den jeweiligen Preisblättern nachvollziehbar beschrieben.

Mehr zur Berechnung des Fernwärmepreises

Da die Dresdner Fernwärme aus Gas produziert wird, spielt der Gaspreis für die Entwicklung des Fernwärmepreises eine ausschlaggebende Rolle. Die DREWAG schließt die Fernwärmeverträge in der Regel mit dem Gebäudeeigentümer ab, diese sind also unsere Kunden. Aufgrund der angespannten Preissituation führen wir bereits Gespräche ihnen und machen sie auf die aktuelle Lage aufmerksam. So können die Eigentümer rechtzeitig ihre Mieter sensibilisieren.

Wir raten unseren Kunden, sich mit der DREWAG in Verbindung zu setzen. Haben Sie dafür bitte folgende Informationen parat:

  • Vertragskonto bzw. Straßenname und Hausnummer
  • Angaben zum aktuellen Abschlag und zum gewünschten neuen Abschlag

Bitte schreiben Sie eine E-Mail an waermevertrieb@SachsenEnergie.de.

Als Mieter wenden Sie sich zur Erhöhung der Nebenkosten-/Betriebskostenpauschale bitte an Ihren Vermieter/Gebäudeeigentümer.

Welche Möglichkeiten gibt es für den Gebäudeeigentümer, den Fernwärmeverbrauch zu optimieren?

Unsere Geschäftspartner können gemäß den Regelungen im Wärmeliefervertrag einmal pro Jahr die vertraglich vereinbarte Verrechnungsleistung prüfen lassen. Von der Wärmeleistung hängt wiederum die Höhe des jährlichen Grund- bzw. Leistungspreises ab. Dabei sollten die Kunden darauf achten, dass trotz reduzierter Wärmeleistung die Räume auch in den kühleren Monaten ausreichend warm werden. Anfragen zu einer Prüfung bzw. Anpassung der Wärmeleistung bearbeitet die DREWAG über die E-Mail-Adresse waermevertrieb@drewag.de.

Zusätzlich sollte der Eigentümer in regelmäßigen Abständen einen hydraulischen Abgleich der Heizungsanlage und des Zirkulationssystems vornehmen lassen. Eine Prüfung der Einstellparameter am Heizungsregler der Fernwärmestation wie beispielsweise Nachtabsenkung, Hauswartfunktion, Abschalttemperaturen oder Heizfahrkurve spart weitere Energie.

Welche Möglichkeiten hat der Nutzer, um seinen Wärmeverbrauch energiesparend zu optimieren?

Es hilft oft schon, regelmäßig altbewährte Tipps wie Stoßlüften oder Vermeidung von Wärmebrücken zu beherzigen. Auf folgender Seite haben wir für Sie hilfreiche Energiespartipps zusammengetragen:

Energiespartipps für Ihr Zuhause

Energiekrise aktuell: Gasumlage und Preisanpassung

Derzeit steigen die Gaspreise für unsere Kunden. Grund dafür sind zum einen die neuen staatlichen Gasumlagen und zum anderen notwendige Preisanpassungen. Eine Mitarbeiterin der SachsenEnergie erklärt den Unterschied.

Energiekrise aktuell: Gasumlage und Preisanpassung

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Entwicklung der Gas- und Strompreise 2022

Unser Energiemarkt ist stark in Bewegung. Die Großhandelspreise für Gas und Strom sind weltweit seit dem letzten Jahr enorm angestiegen und bewegen sich weiterhin auf einem extrem hohen Preisniveau. Ein Ende dieser noch nie dagewesenen Entwicklung ist derzeit nicht absehbar.

Warum ist der Energiepreis für Gas und Strom derzeit so hoch?

Ein Grund für den enormen Preisanstieg:
Die aktuell sehr hohen Beschaffungspreise am Energiemarkt.

Dieses derzeit außergewöhnlich hohe Preisniveau entsteht, wenn ein sinkendes Angebot auf eine erhöhte Nachfrage trifft. Dafür verantwortlich sind unter anderem folgende Faktoren:  

  • Erholung nach Corona: die Pandemie und die Lockdowns haben der Wirtschaft geschadet. Von diesem Einbruch erholt sich die Wirtschaft nun, die Nachfrage nach Energie und Rohstoffen ist weltweit wieder gestiegen. Mehr Nachfrage bedeutet höhere Preise.  
  • Energie-Ausgleich mit Gas: 2021 musste der Energiebedarf noch mehr aus den Energieträgern Kohle und Gas gedeckt werden. Zum einen, weil witterungsbedingt weniger Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt werden konnte. Zum anderen, weil 2021 eine Vielzahl französischer und auch deutscher Kernkraftwerke abgeschaltet wurde. Damit hat sich die Nachfrage nach Gas wieder erhöht und der Preis steigt. Dies bedeutet gleichzeitig höhere Kosten für die Stromproduktion aus Gas.  
  • Politische Spannungen und Krisen, insbesondere in der Ukraine. Durch die Abhängigkeit von Russland kann die russische Gaslieferung das Angebot und damit die Nachfrage und somit den Preis stark beeinflussen.

Experten rechnen mittel- und längerfristig nicht mit einer Entspannung bei den Energiepreisen. Sie gehen davon aus, dass die Lieferbeziehungen mit Russland nachhaltig gestört sind und auf absehbare Zeit nicht mit einer Wiederherstellung früherer Verhältnisse zu rechnen ist.

Aufgrund dieser Marktpreisentwicklung sind auch wir gezwungen, schrittweise Preisanpassungen vorzunehmen, um unsere in letzter Zeit extrem anziehenden Einkaufspreise dem Weltmarkt anzugleichen. Dank der Fusion mit der ENSO zum größten Kommunalversorger Ostdeutschlands und unserer langfristigen Beschaffungsstrategie können wir den enormen Herausforderungen, Marktverwerfungen und den stark ansteigenden Energiepreisen zwar besser begegnen und diese vergleichsweise lange abfedern – aber nicht komplett und auch nicht dauerhaft. Deshalb passt DREWAG zum 01.10.2022 die Preise für einen überwiegenden Teil der Erdgasprodukte an.

Ein weiterer Grund für den Preisanstieg:
Durch den kurzfristigen Wegfall russischer Erdgasimporte hat die Bundesregierung zudem mehrere Maßnahmen ergriffen, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Dazu gehört unter anderem die drastisch beschleunigte Einspeicherung von Erdgas in die Gasspeicher, aber auch von der Bundesregierung beschlossene Stützungsmaßnahmen für die großen Gasimport-Unternehmen, denen Gaslieferungen aus Russland weggebrochen sind. Sie müssen diese Gasmengen, die einen Teil des Gasbedarfs in Deutschland decken, jetzt in kürzester Zeit zu extrem hohen Preisen nachbeschaffen. Zur Finanzierung dieser Maßnahmen hat die Bundesregierung unter anderem neue Umlagen (Gasspeicherumlage und Gasbeschaffungsumlage) auf den Erdgaspreis eingeführt. Diese Umlagen werden allen Erdgaslieferanten in gleicher Höhe in Rechnung gestellt, so auch der DREWAG. Einfluss darauf haben wir nicht. Und wir profitieren als Unternehmen auch nicht von den Umlagen, sondern führen diese vollständig an den Marktgebietsverantwortlichen ab.

Aufgrund der Einführung/Erhöhung folgender Umlagen passt DREWAG die Erdgaspreise entsprechend der einzelvertraglichen Regelungen schrittweise an:

  • Gasbeschaffungsumlage (nach § 26 EnSiG): 2,419 ct/kWh (veröffentlicht am 15.08.2022)
  • Gasspeicherumlage (nach § 35e EnWG): 0,059 ct/kWh (veröffentlicht am 18.08.2022)
  • Bilanzierungsumlage (GaBi Gas 2.0): steigt von 0,00 ct/kWh auf 0,570 ct/kWh (veröffentlicht am 18.08.2022)

Können Sie als Versorger in der Alarmstufe einfach die Preise erhöhen?

Preisänderungen sind unabhängig von der Ausrufung der Alarmstufe nach den vertraglich vereinbarten Bedingungen und den gesetzlichen Vorgaben grundsätzlich möglich.

Wie setzt sich der Erdgaspreis zusammen?

Im Erdgaspreis sind folgende Kosten enthalten:

  • die Umsatzsteuer
  • die Energiesteuer
  • die an den Netzbetreiber bzw. Messstellenbetreiber zu entrichtenden Entgelte
  • die Konzessionsabgabe
  • die Kosten der Emissionszertifikate aus dem nationalen Brennstoffemissionshandel nach dem Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG), sog. CO2-Preis
  • die gesetzlichen Umlagen (Gasbeschaffungsumlage, Gasspeicherumlage, Bilanzierungsumlage)
  • Beschaffungs- und Vertriebskosten

Ich habe einen Erdgasliefervertrag mit Preisgarantie – wie wirken sich die gesetzlichen Umlagen darauf aus?

Die in unseren Erdgaslieferverträgen vereinbarten Preisgarantien enthalten in der Regel nur die zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses gültigen Steuern, Umlagen und Abgaben. Änderungen bei Wirksamwerden künftiger neuer Steuern, Abgaben oder sonstiger staatlich veranlasster Mehrbelastungen/Entlastungen sind u.a. davon ausgenommen. Deshalb sind auch Erdgaslieferverträge mit laufender Preisgarantie von der Gasbeschaffungs- und Gasspeicherumlage betroffen.

Wie geht die DREWAG mit der Senkung der Umsatzsteuer um?

Aktuell (Stand 30.09.2022): Der Bundestag hat die befristete Senkung der Umsatzsteuer für Gas und Fernwärme von 19 % auf 7 % vom 1. Oktober bis 31. März 2024 beschlossen, um Verbraucher zu entlasten. Die DREWAG wird dies selbstverständlich für die Gas- und Fernwärmekunden umsetzen.

Wird auf die Umlagen auch die Umsatzsteuer erhoben?

Ja, die Umlagen sind Bestandteil des Netto-Verbrauchspreises. Deshalb wird auch für diese zusätzlich die Umsatzsteuer erhoben.

Informationen zu den Gasumlagen

Durch die erhebliche Reduzierung der Gasimportmengen von russischen Lieferanten hat die Bundesregierung verschiedene Maßnahmen beschlossen, um die Gasversorgung in Deutschland aufrechtzuerhalten. Daraus resultieren neue Umlagen, die in den Erdgaspreis einfließen und diesen zusätzlich erhöhen. Im Einzelnen sind dies:

  • die Gasbeschaffungsumlage
  • die Gasspeicherumlage

Ziel der Umlagen ist es, die deutschlandweit betriebsnotwendigen Marktmechanismen und Lieferketten so lange wie möglich aufrechtzuerhalten sowie Insolvenzen von systemkritischen Gasvorlieferanten und daraus folgende Dominoeffekte in der Lieferkette der Energiewirtschaft zu verhindern.

Diese Umlagen werden allen Erdgaslieferanten in gleicher Höhe in Rechnung gestellt, so auch der DREWAG. Einfluss darauf haben wir nicht. Und wir profitieren als Unternehmen auch nicht von den Umlagen, sondern führen diese vollständig an die zuständige Stelle (den sogenannten Marktgebietsverantwortlichen) ab.

Wir passen Ihren Abschlag den aktuellen Preisen an, wenn sich andernfalls hohe Nachzahlungen mit der nächsten Rechnung ergeben würden. Über Abschlagsänderungen informieren wir Sie rechtzeitig. Grundsätzlich empfehlen wir unseren Kunden aufgrund der aktuellen Entwicklungen dringend Energie einzusparen.

Gut zu wissen: Die Gasbeschaffungsumlage berücksichtigt ausschließlich die Mehrkosten der Gasimporteure für die kurzfristige Ersatzbeschaffung ausgefallener Importmengen. Sie steht nicht im Zusammenhang mit den Kosten die die DREWAG für den regulären Einkauf der eigenen Erdgasmengen für kommende Lieferjahre hat. Unabhängig von der Umlage steigen auch unsere Beschaffungskosten durch die generelle Preisentwicklung an den Energiemärkten.

Was verbirgt sich hinter der Gasbeschaffungsumlage (Gasumlage) und wie hoch ist sie?

Die Handlungsfähigkeit der Gasimporteure muss im Fall von Gaslieferkürzungen sehr kurzfristig gesichert werden, damit sie die für Haushalte und Wirtschaft erforderlichen Gasersatzmengen trotz extrem steigender Börsenpreise beschaffen und liefern können.

Durch die erhebliche Reduzierung der Gasimportmengen von russischen Lieferanten sind die Gasimporteure gezwungen, die ausfallenden Liefermengen kurzfristig anderweitig zu beschaffen. Dies ist aufgrund der aktuellen Lage am Gasmarkt nur zu wesentlich höheren Preisen möglich als ursprünglich vereinbart.

Über die sogenannte Gasbeschaffungsumlage nach § 26 Energiesicherungsgesetz (EnSiG) erfolgt ein Ausgleich der höheren Gasbeschaffungspreise über alle Gaslieferanten, die diese Kosten an ihre Kunden weitergeben können.
Die Gasbeschaffungsumlage ist vom 01.10.2022 bis 30.09.2024 für jede in Deutschland verbrauchte Kilowattstunde Gas zu zahlen. Sie kann aller drei Monate angepasst werden. Eine Änderung der Umlagenhöhe gibt der Marktgebietsverantwortliche Trading Hub Europe (THE) jeweils sechs Wochen vor Inkrafttreten der geänderten Umlage bekannt.

Am 15.08.2022 hat THE die Höhe der Gasbeschaffungsumlage ab 01.10.2022 mit 2,42 ct/kWh netto bekannt gegeben.

Die Gasbeschaffungsumlage ist somit ein neuer Bestandteil Ihres Erdgaspreises. Die DREWAG gibt die Gasbeschaffungsumlage an ihre Kunden weiter. Unter Berücksichtigung der gesetzlichen und vertraglichen Regelungen erfolgt die Weitergabe in der Grundversorgung zum 01.10.2022, in den übrigen Produkten zum 01.11.2022. Um hohe Nachzahlungen mit der nächsten Rechnung zu vermeiden, prüfen wir Ihre monatlichen Abschläge und passen diese bei Bedarf an.

Gut zu wissen: Die Gasbeschaffungsumlage berücksichtigt ausschließlich die Mehrkosten der Gasimporteure für die kurzfristige Ersatzbeschaffung ausgefallener Importmengen. Sie steht nicht im Zusammenhang mit den Kosten die die DREWAG für den regulären Einkauf der eigenen Erdgasmengen für kommende Lieferjahre hat. Unabhängig von der Umlage steigen auch unsere Beschaffungskosten durch die generelle Preisentwicklung an den Energiemärkten.

Was ist die Gasspeicherumlage?

Mit Blick auf die Gas-Versorgungssicherheit hat die Bundesregierung ein Gesetz beschlossen, das konkrete Mindestfüllstände der Gasspeicher an bestimmten Stichtagen im Jahr vorgibt. Dies soll dazu beitragen, dass im Winter auch bei dem Ausfall von Gasimporten die Gasversorgung in Deutschland gesichert ist. Um bestimmte Füllstände in den Gasspeichern zu erreichen, ist der sog. Marktgebietsverantwortliche, Trading Hub Europe (THE), berechtigt, bei Bedarf Gas einzukaufen und in die Gasspeicher einzuspeichern. Die Verantwortung zum Erreichen der Füllstandsvorgaben der Gasspeicher liegt primär bei den Speicherbetreibern und Speichernutzern. THE ergreift jedoch im Einklang mit den rechtlichen Vorgaben ergänzende Maßnahmen, um die gesetzlich festgelegten Füllstände zu erreichen. Die dafür bis zum 01.04.2025 anfallenden Kosten werden über die sogenannte Gasspeicherumlage finanziert. Diese Umlage fließt als Preisbestandteil in den Gaspreis ein, wodurch alle Gaskunden solidarisch an den Mehrkosten beteiligt werden.

Am 18.08.2022 wurde die Höhe der Gasspeicherumlage ab 01.10.2022 mit 0,059 ct/kWh netto bekannt gegeben.

DREWAG gibt die Gasspeicherumlage an ihre Kunden weiter. Unter Berücksichtigung der gesetzlichen und vertraglichen Regelungen erfolgt die Weitergabe in der Grundversorgung zum 01.10.2022, in den übrigen Produkten zum 01.11.2022. Um hohe Nachzahlungen mit der nächsten Rechnung zu vermeiden, prüfen wir Ihre monatlichen Abschläge und passen diese bei Bedarf an.

Die Gasspeicherumlage gilt bis 01.04.2025. Sie kann in 2023 und 2024 halbjährlich zum 1. Januar und 1. Juli angepasst werden. Änderungen der Gasspeicherumlage wird THE jeweils 6 Wochen vor Inkrafttreten veröffentlichen.

Was bedeutet die Bilanzierungsumlage?

Die Gasbilanzierungsumlage gibt es bereits seit mehreren Jahren. Sie ist auch als Regel- und Ausgleichsenergieumlage bekannt und wird jährlich jeweils zum 1. Oktober durch die Trading Hub Europe (THE) festgelegt.

Am 18.08.2022 gab THE die Höhe der Bilanzierungsumlage ab 01.10.2022 bekannt. Sie beträgt 0,57 ct/kWh netto für Haushalts- und Kleingewerbekunden und 0,39 ct/kWh netto für Kunden mit registrierender Leistungsmessung (z. B. Geschäftskunden mit höherem Verbrauch). Bis 30.09.2022 beträgt sie 0,00 ct/kWh netto.

Wofür wird die Bilanzierungsumlage erhoben?

Um die tatsächlichen physischen Differenzen zwischen Einspeisung und Verbrauch je Stunde ausgleichen zu können, wird Regelenergie benötigt. Bedeutet: Energie wird gekauft oder verkauft.

Ergibt sich am Ende des Gastages aus dem Saldo der eingespeisten und verbrauchten Mengen eine Differenz, wird diese mit Ausgleichsenergie berechnet. Aus dem Einsatz von Regel- und Ausgleichsenergie und eines damit zu erwartenden Fehlbetrages, wird zu dessen Deckung die Bilanzierungsumlage erhoben.

THE prognostiziert aus den Erlösen und Kosten der Gaszu- bzw. Gasverkäufe die Höhe der Bilanzierungsumlage, getrennt für Lieferstellen mit Standardlastprofil (SLP) und registrierender Leistungsmessung (RLM). Die Höhe der Bilanzierungsumlage wird jeweils zum 1. Oktober angepasst und sechs Wochen vorher durch THE auf deren Internetseite veröffentlicht.

Das können Sie jetzt tun: Unsere Empfehlungen für Sie als DREWAG-Kunde

Jede Kilowattstunde Gas, die wir im Sommer einsparen, trägt dazu bei, dass mehr Gas eingespeichert werden kann und wir dadurch besser durch den nächsten Winter kommen. Daher sollte jeder Gasverbraucher so viel Energie wie möglich einsparen. Energie sparen heißt, die Nachfrage zu reduzieren. Dazu gehören kleine Dinge im Alltag wie das Senken der Raumtemperatur, die Nichtbeheizung einzelner Zimmer oder die Häufigkeit bzw. Dauer des Duschens.

Insbesondere im kommenden Winter sollten Haushalte noch stärker auf ihr Heizverhalten achten. Als Faustformel gilt: Durch 1 °C weniger Raumtemperatur lässt sich der Gasverbrauch um 6 % reduzieren. 18° C können durchaus für die Temperatur im Wohnbereich ausreichen. Wer noch keine elektronischen Thermostatventile hat, sollte überlegen, sich welche einzubauen. Diese Ventile regeln die Temperatur besonders genau und sind auch programmierbar.

Noch mehr Energiespartipps für Zuhause

Die DREWAG unterstützt die kürzlich gestartete Bundeskampagne zum Energie sparen ausdrücklich. Aktuell ist es enorm wichtig, dass wir alle verantwortungsvoll mit den vorhandenen Energieressourcen umgehen.

Energiesparen: Jeder Beitrag zählt! (www.bundesregierung.de)

Nachhaltig die Energieeffizienz erhöhen

Noch mehr und vor allem nachhaltig Energie sparen, können Hausbesitzer durch eine energetische Gebäudesanierung, um die Energieeffizienz des Gebäudes zu erhöhen.

Unsere Energiespartipps für Sie – schnell und einfach umzusetzen


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Wie kann ich meinen Abschlag anpassen?

Es ist uns klar, vor was für eine große Herausforderung der aktuelle, nie gesehene Preisauftrieb die meisten Menschen in unserem Land stellt. Wir wissen, es nicht einfach ist, die extrem hohen Energiemarktpreise zu bezahlen.

Eine Anpassung eures Abschlags hilft dabei, Kontrolle über eure Ausgaben zu behalten und die Kosten nicht bis zur Jahresrechnung auflaufen zu lassen.

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