EFRE-Förderprojekt „Dresden-Nordwest“

etwa zwei Drittel fertig Europa fördert Sachsen - Europäischer Fonds für regionale Entwicklung

Errichtung der Fernwärmetrasse Pieschen und Fernwärmeerschließung in der Leipziger Vorstadt und in Pieschen als Grundlage der energetischen Quartiersanierung im Fördergebiet „Dresden-Nordwest“

Beitrag der DREWAG - Stadtwerke Dresden GmbH und der DREWAG NETZ GmbH zur CO2-Reduzierung

Im Rahmen des EFRE-Förderprojektes setzt die  Landeshauptstadt Dresden seit 2017 das „Integrierte Handlungskonzept Dresden-Nordwest“ um. Dieses sieht die komplexe Entwicklung des Stadtgebietes, das wesentliche Teile der Leipziger Vorstadt und von Pieschen umfasst, vor.

Einer der Schwerpunkte ist die energetische und städtebauliche Quartiersanierung als Beitrag zur nachhaltigen Stadtentwicklung und zur CO2-Minderung. Neben den Maßnahmen zur Energieeinsparung, kann die Fernwärmeversorgung einen wesentlichen Beitrag zur Reduzierung des Primärenergieeinsatzes und der CO2-Emissionen leisten.

Im Ergebnis des Fernwärmeausbaus wird eine jährliche CO2-Ersparnis von bis zu 3.213 Tonnen pro Jahr im Gebiet Leipziger Vorstadt/Pieschen erwartet. Da mit der Errichtung der zweiten Elbquerung die Voraussetzung für den Fernwärmeausbau in weiteren Stadtgebieten nördlich der Elbe geschaffen wird, ist der Gesamtbeitrag zur CO2-Minderung in der Praxis deutlich größer.

Gegenwärtige Fernwärmeversorgung

Die Fernwärmeversorgung nördlich der Elbe wurde in den vergangenen Jahren erheblich ausgebaut.

Die bisherigen Leistungszuwächse konnten aus den vorhandenen Reservekapazitäten der Fernwärmetrasse über die Carolabrücke (Verbindung zum Zentralen Fernheiznetz) und den Heizkraftwerken Klotzsche und Nord gedeckt werden.

Die Prognosen zeigen, dass bei Umsetzung der gemäß „Integriertem Energie- und Klimaschutzkonzept Landeshauptstadt Dresden 2030“ vorgesehenen Maßnahmen, in den nächsten Jahren die Wärmeabnahme nördlich der Elbe so weit steigen wird, dass eine weitere Fernwärmetrasse über die Elbe erforderlich wird. Die Errichtung dieser Trasse als Elbdüker ist Bestandteil des Förderprojektes.

Fernwärmetrasse Pieschen und Gebietserschließung

Die im Rahmen des Förderprojektes vorgesehenen Maßnahmen umfassen zum einen die Errichtung der Fernwärmehaupttrasse (Bauabschnitt A bis Bauabschnitt D) zwischen der Anbindung an eine Bestandsleitung auf dem Gelände der Semperoper und dem bisherigen Heizkraftwerk Mickten, dessen Heizkessel mit Fertigstellung der Fernwärmetrasse teilweise stillgelegt werden. Die Haupttrasse hat eine Gesamtlänge von ca. 4.350 m. Die Trassierung der Bauabschnitte A bis D und das Fördergebiet sind in der Anlage 1 dargestellt.

Zum anderen erfolgt die flächendeckende Gebietserschließung in der Leipziger Vorstadt (Gebiet C) und in Pieschen (Gebiet D).


Leipziger Vorstadt

Die Leipziger Vorstadt ist gegenwärtig noch von großen Brachflächen geprägt, die in den nächsten Jahren bebaut werden. Die ehemalige Bahnfläche an der Gehestraße wird zum Schulstandort entwickelt, der im Jahr 2019 in Betrieb ging, und in der Hafencity sind die ersten Gebäude saniert bzw. neu errichtet worden.

Mit der jetzigen Erschließung ist die Grundlage für die Fernwämeversorgung der nach Ablauf des Förderprojektes zu bebauenden Brachflächen geschaffen.


Pieschen

Bauarbeiten in der Leipziger StraßePieschen weist eine weitgehend erhaltene Gründerzeitbebauung auf. Ein großer Teil der Gebäude steht unter Denkmalschutz. Auf Grund der sehr schönen, strukturierten Fassaden, die eine Außendämmung weitgehend ausschließen, stellt die Fernwärme eine sehr günstige Lösung zur Reduzierung der CO2-Minderung und zur Erfüllung der Auflagen des Erneuerbaren Energie-Gesetzes sowie der Energie-Einspar-Verordnung dar. Die Prognose geht davon aus, dass im Rahmen des Förderprojektes Kunden mit einem Jahreswärmebedarf von 45 GWh/a angeschlossen werden können.

Kosten und Fördermittel

Die Realisierung des Gesamtvorhabens erfolgt in drei Teilprojekten (TP). Diese haben den folgenden Inhalt:

  • Teilprojekt 1: Errichtung Haupttrasse Bauabschnitt A-C bis zum Schulstandort „Gehestraße“   und die Fernwärmeverteilung im Jahr 2017
  • Teilprojekt 2: Errichtung Haupttrasse Bauabschnitt D bis zum Heizkraftwerk Mickten und der Fernwärmeverteilung 2018/2019 (anteilig) 
  • Teilprojekt 3: Errichtung der Fernwärmeverteilung 2019 (anteilig) und 2020/21

Für die Teilprojekte 1 und 2 liegen die Fördermittelbescheide vor. Für das Teilprojekt 3 ist der Fördermittelantrag im Dezember 2018 gestellt worden.

Insgesamt plant die DREWAG für die Baumaßnahmen Investitionen in Höhe von circa 40,8 Mio. € ein.

Die folgende Übersicht stellt den Stand der Kosten und der bewilligten Fördermittel dar.

  Kosten Fördermittel (EFRE)
TP 1 15,70 Mio. € 5,61 Mio. €
TP 2 7,25 Mio. € 2,37 Mio. €

       

Die angegebenen Fördermittel werden zu 80 % aus dem EFRE-Programm und zu 20 % von der Landeshauptstadt Dresden bereitgestellt.

Im Rahmen des Teilprojektes 3 geht die DREWAG von Investitionen in Höhe von circa 5 Mio. € aus.

Auf Grund der Preisentwicklungen im Bausektor erhöhten sich die ursprünglich geplanten Kosten des Gesamtvorhabens.

Stand der Realisierung

Haupttrassen

Mehrere Abschnitte der linkselbischen Haupttrasse A befinden sich in Realisierung. Die Gesamtfertigstellung ist bis Herbst 2020 geplant.

Der feierliche 1. Spatenstich für den Elbdüker (BA B) erfolgte am 12.Juni 2019. Im Dezember 2020 soll der Elbdüker in Betrieb genommen werden.

Baustelle ElbradwegDie Haupttrasse C zwischen der Bestandsleitung im rechtselbischen Elberadweg und dem Schulstandort wurde im Herbst 2018 in Betrieb genommen und versorgt seitdem die Schule in der Gehestraße und erste Gebäude in der Hafencity.

Die Haupttrasse D konnte am 12. September 2019 termingerecht in Betrieb genommen werden.


Verteilnetz

In der Anlage 2 ist der aktuelle Stand der Realisierung in der Leipziger Vorstadt und in Pieschen dargestellt.

Von den insgesamt ca. 7,5 km Trassenlänge des Verteilnetzes sind etwa zwei Drittel fertig bzw. im Bau. Die restlichen Bauabschnitte werden bis 2021 fertig gestellt.

Im Rahmen der Fernwärmeerschließung werden weitere Medien durch die DREWAG mitverlegt. Dies betrifft insbesondere alte Trinkwasserleitungen aus den Jahren 1890 bis 1910 und Stromkabel (von Niederspannung bis Hochspannung). Damit werden weitere Straßensperrungen in den nächsten Jahren vermieden.

Auch in den Jahren nach 2021 wird es eine Verdichtung des Fernwärmenetzes durch Errichtung weiterer Hausanschlüsse geben.