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Allgemeine Versorgungsbedingungen (AVB)
Die Allgemeinen Versorgungsbedingungen – offiziell „Verordnung über Allgemeine Bedingungen für die Versorgung mit Fernwärme“ (AVBFernwärmeV) – haben die allgemeinen Geschäftsbedingungen zum Inhalt, nach denen die Versorgungsunternehmen ihre Kunden beliefern.
Blockheizkraftwerk (BHKW)
Blockheizkraftwerke sind kompakte KWK-Anlagen zur gemeinsamen Erzeugung von Strom und Wärme. Die genutzten Technologien sind facettenreich – beispielsweise können Brennstoffzellen und Stirling-Motoren eingesetzt werden. Angetrieben werden diese BHKW-Anlagen meist auf Basis eines Otto- oder Dieselmotors. Blockheizkraftwerke sind für die Bedarfsdeckung eines räumlich begrenzten Versorgungsgebiets ausgelegt.
Brennstoffzelle
Brennstoffzellen wandeln, analog zur Batterie, die chemische Energie eines Brennstoffs ohne Verbrennung in Strom und/oder Wärme um.
Brennwert
Als Brennwert wird die gesamte Wärmemenge bezeichnet, die bei der vollständigen Verbrennung von Erdgas, Heizöl oder Kohle frei wird. Dabei entstehen Abgase, die heißen Wasserdampf beinhalten. Bei Anlagen oder Geräten, die die Abwärme nicht nutzen, geht diese Wärmenergie verloren. Unter Brennwertnutzung versteht man die Zuführung der Abwärme in das Heizungssystem, indem der Wasserdampf stark abgekühlt und die entstehende Kondensationswärme genutzt wird. Im Unterschied zum Heizwert ist die Energie der Abgase mit enthalten. Bei Erdgas beträgt der Unterschied zwischen Brenn- und Heizwert elf Prozent.
Contracting
Contracting ist eine kundenorientierte Dienstleistung zur objektbezogenen Energie- und Wärmeversorgung. Beispielsweise bietet die DREWAG ein so genanntes Wärme-Contracting an: Ein Gebäude oder Objekt wird durch die DREWAG, den Contractor, mit Wärme versorgt. Der Contractor übernimmt die Finanzierung, die Betriebsführung, die Verwaltung, die Wartung und Instandhaltung der Heizungsanlage. Dafür ist er langfristig wirtschaftlich und vertraglich mit dem Contracting-Partner (Kunde) verbunden. Contracting-Projekte bündeln meist verschiedene Vertragsbausteine, die sich z.B. auf Planung, Bau, Betrieb und Wartung beziehen können.
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Energiewirtschaftsgesetz (EnWG)
Das Gesetz hat mehrere Ziele: eine möglichst sichere, preisgünstige und umweltschonende sowie leistungsgebundene Versorgung mit Strom und Gas im Interesse der Allgemeinheit, die Sicherstellung eines wirksamen und freien Wettbewerbs sowie die Umsetzung und Durchsetzung des europäischen Energierechts in Bezug auf leistungsgebundene Energieversorgung.
Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG)
Das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz legt fest, dass spätestens im Jahr 2020 14 Prozent der Wärme in Deutschland mit Erneuerbaren Energien erzeugt werden. Es dient dem Schutz der Umwelt und soll dazu beitragen, den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase zu verringern. Ziel ist es, einerseits Ressourcen zu schonen, andererseits aber eine sichere und nachhaltige Energieversorgung zu gewährleisten. Fernwärme erfüllt die Anforderungen des Gesetzes, wenn sie überwiegend aus KWK gewonnen wird. Das Gesetz gilt für alle Neubauten. (Quelle: BMU)
Fernwärme
Fernwärme ist eine leistungsbezogene thermische Energie zur Versorgung von Kunden, die überwiegend über die Energieträger Heizwasser oder Dampf gewonnen wird. Der Begriff bezeichnet den Transport von Wärme über spezielle Netzsysteme, durch die die Wärme aus Kraftwerken in einzelne Stadtteile zum Verbraucher transportiert wird.
Fernwärmepreis
Der Fernwärmepreis besteht aus drei Preiskomponenten: Arbeitspreis, Grundpreis und Messpreis. Unter Arbeitspreis versteht man das Entgelt für die abgerechnete Wärmemenge in Cent pro Kilowattstunde. Demgegenüber ist der Grundpreis ein feststehender, mengenunabhängiger Preisbestandteil. Er umfasst beispielsweise Kosten für Anschluss, Technik oder Löhne. Der Messpreis ist ein fixer Betrag für die Bereitstellung des Zählers und die Abrechnung der Wärme.
Fernwärmeübergabestation
Eine Fernwärmeübergabestation ist eine Anlage zur Weiterleitung von Fernwärme aus dem Netz an ein Fernwärmeobjekt (beispielsweise ein Mietshaus).
Gradtagszahl
Um ein Maß für den Wärmeverbrauch in der Heizperiode zu bekommen, wurde der Begriff Gradtagszahl eingeführt. Rein mathematisch ist die Gradtagszahl das Produkt aus der Zahl der Heiztage und dem Unterschied zwischen der mittleren Raumtemperatur und der mittleren Außentemperatur. Die Gradtagszahl beschreibt also den Zusammenhang zwischen Energieverbrauch und der Außentemperatur und gibt so Aufschluss über die Heizkosten.
Grunddienstbarkeit
Grunddienstbarkeit bezeichnet den möglichen privatrechtlichen Anschluss- und Benutzungszwang von Fernwärme. Eine solche Verpflichtung zum Anschluss an ein Fernwärmenetz ist dann privatrechtlich möglich, wenn in Grundstückskaufverträgen entsprechende Vereinbarungen getroffen wurden. Die Grundstückskäufer verpflichten sich so, im Rahmen der Allgemeinen Versorgungsbedingungen (AVBFernwärmeV) ihren Wärmebedarf aus dem Fernwärmenetz zu decken.
Heizkraftwerk (HKW)
Im Unterschied zum Heizwerk ist das Heizkraftwerk ein Kraftwerk, dessen wesentlicher Bestandteil eine Kraft-Wärme-Kopplungsanlage ist (siehe KWK).
Heizwerk
Ein Heizwerk ist eine Anlage, in der die aufgewendete Energie ausschließlich in Wärme umgewandelt wird. Der Begriff Heizwerk wird verwendet, wenn die Anlage nicht in ein Heizkraftwerk (HKW) integriert ist.
Kraft-Wärme-Kopplung (KWK)
Kraft-Wärme-Kopplung bezeichnet die gleichzeitige („gekoppelte“) Produktion von Strom und Wärme. Es gibt hierbei sowohl Techniken, bei der die Abwärme bei der Produktion von Strom zur Wärmeerzeugung genutzt wird. Das Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung wird in Anlagen und Geräten unterschiedlicher Größe angewendet. (siehe HKW, BHKW, Mikro-KWK)
KWK-Gesetz (KWKG)
Das KWK-Gesetz regelt die Erhaltung, die Modernisierung und den Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung. Schwerpunkte sind die Verpflichtung von Netzbetreibern, KWK-Anlagen anzuschließen, KWK-Strom abzunehmen und nach geltenden Marktbedingungen zu vergüten. Zudem werden die Einspeisung von KWK-Strom ins Stromnetz, die Modernisierung bestehender KWK-Anlagen sowie der Bau kleiner dezentraler KWK-Anlagen gefördert.
Mikro-KWK
Mini-Blockheizkraftwerke oder andere KWK-Systeme, die nur ein einzelnes Objekt wie beispielsweise ein Einfamilienhaus mit Strom und Wärme versorgen.
Nahwärme
Nahwärme ist der Transport von Fernwärme über Netzsysteme mit kurzen Distanzen – beispielsweise aus einem großen Kessel oder einer kompakten KWK-Anlage (siehe BHKW) zu einzelnen in der Nähe liegenden Häusern.
Nutzungsgrad
Der Nutzungsgrad gibt an, wie viel Prozent der eingesetzten Energie in einer Zeitspanne (üblicherweise ein Jahr, „Jahresnutzungsgrad“) als nutzbare Energie (also Strom und Wärme) genutzt wird. Je höher der Nutzungsgrad einer Anlage ist, umso effizienter wird die zugeführte Energie verwertet. Der Nutzungsgrad stellt als gewogener Mittelwert der Wirkungsgrade einer Anlage über eine Berichtzeitspanne die eigentliche Kenngröße für die Effizienz der Anlage bei der Energieumwandlung dar.
Preisgleitklausel
Die Preisgleitklausel (oder auch Preisänderungsklausel) ist eine sondervertragliche Regelung, nach der bei Veränderung bestimmter Referenzgrößen (z. B. Lohn, Öl- oder Erdgaspreis) eine Preisanpassung erfolgt.
Primärenergiefaktor
Der Primärenergiefaktor für die Bereitstellung von Heizwärme und Warmwasser kennzeichnet das Verhältnis von insgesamt aufgewendeter Primärenergie zur Endenergie beim Nutzer. Der Faktor berücksichtigt sowohl den Energieinhalt des Rohstoffs als auch die zu seinem Transport und Weiterverarbeitung (vor gelagerten Prozessketten) bis zur Lieferung an den Verbraucher aufgewendete Energie. Der Faktor kann kleiner oder größer 1 sein und im günstigsten Fall, z. B. bei der Dresdner Fernwärme*, auch bei Null liegen. Er wird für jeden Energieträger (Strom, Öl, Gas, Biomasse etc.) festgelegt.
* Fernwärme aus dem zentralen Fernheiznetz, Zertifizierung der Dresdner Fernwärme 2006 mit Primärenergiefaktor 0
Stirlingmotor
Ein Stirlingmotor ist eine Wärmekraftmaschine, die auf der abwechselnden Erwärmung und Kühlung eines Gases in einem geschlossenen System beruht.
Virtuelles Kraftwerk
Ein Virtuelles Kraftwerk bezeichnet die Vernetzung und Koordination vieler dezentraler, an unterschiedlichen Orten verteilter stromerzeugender Anlagen (KWK-Anlagen wie Blockheizkraftwerk oder Mikro-KWK, Windkraftanlagen, Photovoltaikanlagen, etc.). Diese Anlagen werden gemeinsam zentral gesteuert.
Wärme
Wärme ist eine Energieform. In der Fernwärmewirtschaft bezeichnet sie die gewonnene, transportierte, gelieferte oder genutzte thermische Energie, die über Fern- oder Nahwärmenetze zum Verbrauchsort transportiert werden kann.
Wärmeverluste
Die Wärmeverluste des Netzes sind die Differenz zwischen der Wärme-Netzeinspeisung und der nutzbaren Wärmeabgabe.
Wärmezähler
Ein Wärmezähler ist eine Fernwärme-Messeinrichtung, die sich auf die Erfassung der verbrauchten Wärme beschränkt.
Wirkungsgrad
Der Wirkungsgrad gibt an, wie viel Prozent der eingesetzten Energie von einer Anlage in nutzbare Energie (also Strom und Wärme) umgesetzt werden kann.
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